Die gebuchte Bruttoprämie erhöhte sich von 140,2 Millionen € auf 146,4 Millionen €. Damit konnte das Wachstum der InterRisk gegenüber dem Vorjahr von 2,5 % auf 4,4 % gesteigert werden. Noch höher lag das Branchenwachstum mit 6,7 %, das allerdings auch von Prämienerhöhungen in Sparten wie Transport und Industrie getrieben wurde, die von der InterRisk nicht angeboten werden.
Die verdienten Bruttobeiträge wuchsen um 3,7 % auf 144,9 Millionen €. Bei stabiler Selbstbehaltsquote stiegen die verdienten Nettobeiträge um 3,1 % auf jetzt 100,1 Millionen €.
Die Neuproduktion ohne tarifliche Anpassungen lag über alle Sparten mit 5,3 Millionen € auf Vorjahresniveau. Dabei entwickelten sich Haftpflicht und Hausrat dank vertrieblicher Unterstützungsmaßnahmen besser, sonstige Sachversicherungen und Unfall schlechter als im Vorjahr.
Nachdem das erste Halbjahr außergewöhnlich schadenarm verlaufen war, ereigneten sich in den letzten Monaten noch Stürme und Überschwemmungen. Die Anzahl der im gesamten Berichtsjahr neu gemeldeten Schäden verminderte sich um 5,4 % auf 23.292, die
Schadenfrequenz sank um 5,2 % auf 21,6 pro Tausend Risiken. Der durchschnittliche Schadenaufwand für bekannte Geschäftsjahresschäden erhöhte sich nach einem Rückgang im Vorjahr um rd. ein Drittel in 2023 um 26,5 % auf 3.656 €. Dies resultiert überwiegend aus Elementarschäden in der Sparte Wohngebäude, die sich um annähernd 50 % verteuerten. Die gesamten Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden erhöhten sich um 7,9 % auf 109,5 Millionen €.
Der Abwicklungsgewinn aus der Vorjahres-Schadenrückstellung verbesserte sich erheblich um 40,1 % auf 33,9 Millionen €. Einschließlich des Abwicklungsergebnisses fiel die Gesamtschadenquote brutto von 55,2 % auf 52,2 %.
Der Anteil der Rückversicherer an den Schadenaufwendungen ging um 10,7 % auf 22,8 Millionen € zurück, da diese überproportional vom stark gestiegenen Abwicklungsergebnis profitierten. Insgesamt erhöhten sich die Nettoschadenaufwendungen im Berichtsjahr um 2,2 % und damit weniger als die Prämien.
Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb nahmen brutto um 5,3 % auf 44,9 Millionen € zu. Da die verdienten Beiträge etwas schwächer stiegen, erhöhte sich die Brutto-Kostenquote um 0,5 Punkte auf 31,0 %. Der interne Kostensatz ohne Provisionsaufwand stieg im gleichen Verhältnis auf 6,7 %.
Nach Abzug der von den Rückversicherern zu zahlenden Provisionen und Gewinnbeteiligung, die um 32,9 % höher ausfielen, ergab sich eine um 4,6 % auf 19,9 % gesunkene Netto-Kostenquote.
Die Schaden- und Kostenquote (Combined Ratio) verbesserte sich brutto um 2,5 %-Punkte auf 83,3 %, während sie netto um 5,1 %-Punkte auf 72,6 % fiel.
Das versicherungstechnische Netto-Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung erhöhte sich um 2,5 Millionen € auf 22,6 Millionen €. Nachdem im Vorjahr die Schwankungsrückstellung noch mit 5,4 Millionen € zu dotieren war, konnte sie im Berichtsjahr um 9,2 Millionen € aufgelöst werden. Damit ergab sich ein mehr als verdoppelter versicherungstechnischer Gewinn von 31,7 Millionen €.
Die gebuchten Beiträge wuchsen in einem stagnierenden Markt um 2,3 % auf 79,7 Millionen €. Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden
erhöhten sich um 1,9 % auf 57,4 Millionen €. Als Abwicklungsergebnis ergab sich ein gegenüber dem Vorjahr um rd. die Hälfte auf 27,3 Millionen € gestiegener Gewinn. Insgesamt verbesserte sich die Brutto-Schadenquote um 12,3 % auf 37,8 %. Noch besser lag die Nettoschadenquote mit 32,5 %, die sich im Vorjahr noch auf 51,2 % belief.
Die Kostenquote erhöhte sich brutto um 0,2 % auf 31,7 %. Dank gestiegener Rückversicherungsprovisionen ging die Nettokostenquote von 14,7 % auf 0,5 % zurück. Wie im Vorjahr ergab sich keine Veränderung der Schwankungsrückstellung. Der versicherungstechnische Netto-Gewinn erhöhte sich um 10 Millionen € von 12,7 Millionen € auf 22,7 Millionen €.
Die Haftpflichtsparte entfällt ganz überwiegend auf Privatgeschäft. Die verdienten Beiträge verzeichneten einen weiteren Abrieb um 2,4 % auf 9,3 Millionen €. Die im Berichtsjahr ergriffenen Maßnahmen in einem kompetitiven Markt erhöhten die Attraktivität der Produkte, so dass die Anzahl der Deckungen durch stärkeres Neugeschäft um 1,5 % gesteigert werden konnte. Die Geschäftsjahresschadenquote erhöhte sich brutto um 10,2 % auf 91,8 %, netto um 9,6 % auf 94,9 %. Das Abwicklungsergebnis reduzierte sich netto von 2,5 Millionen € auf 3,0 Millionen €. Damit erhöhte sich die Nettoschadenquote von 57,0 % auf 60,6 %, die Netto-Combined-Ratio von 87,2 % auf 91,5 %.
Die Schwankungsrückstellung war wie schon im Vorjahr nicht zu dotieren. Es ergab sich netto ein versicherungstechnischer Gewinn von 0,7 Millionen € gegenüber 1,2 Millionen € in 2022.
Die gebuchten Bruttobeiträge in den Sparten der Feuer- und sonstigen Sachversicherung stiegen um 8,6 % auf 57,2 Millionen €. Die Brutto-Schadenquote erhöhte sich von 63,1 % auf 72,1 %. Nach Rückversicherung belief sich die Schadenquote auf 66,8 % nach 54,1 % im
Vorjahr. Vor Veränderung der Schwankungsrückstellung betrug der versicherungstechnische Bruttoverlust 2,8 Millionen € nach einem Gewinn im Vorjahr in Höhe von 2,6 Millionen €. Der Schwankungsrückstellung war ein Betrag von 9,3 Millionen € zu entnehmen. Im Vorjahr mussten demgegenüber 5,4 Millionen € zugeführt werden.
Nach einem versicherungstechnischen Gewinn nach Schwankungsrückstellung von netto 0,7 Millionen € im Vorjahr wurde im Berichtsjahr ein Gewinn von 8,2 Millionen € erzielt.
Die Ergebnisse in den einzelnen Sparten der Feuer und sonstigen Sachversicherung stellen sich wie folgt dar:
In der Wohngebäudeversicherung konnte ein Beitragswachstum von 11,2 % auf 38,7 Millionen € erreicht werden. Getrieben von inflationären Baukosten und schadenlastigen Elementarereignissen im 2. Halbjahr erhöhten sich trotz um 20 % niedrigerer Schadenfrequenz die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden um 14,7 % auf 33,0 Millionen €, netto in ähnlichem Umfang auf 29,1 Millionen. Die Abwicklung aus Vorjahresreserven verschlechterte sich brutto wie netto auf 2,0 Millionen €, was einem Rückgang gegenüber 2022 von 0,5 Millionen € bzw. 2,4 Millionen € entspricht. Im Vorjahr waren die Rückversicherer noch von einem Verlust von 1,8 Millionen € betroffen, der im Berichtsjahr vollständig erodierte. Demzufolge belief sich die Netto-Schadenquote auf 77,5 % nach 64,1 % im Vorjahr. Die Combined Ratio erhöhte sich brutto von 106,0 % auf 113,3 % und netto auf 110,4 % nach 95,5 % im Vorjahr. Vor Dotierung der Schwankungsrückstellung ergab sich somit im Berichtsjahr ein versicherungstechnischer Verlust von netto 4,6 Millionen €, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in Höhe von 0,6 Millionen € erzielt wurde. Da aus dem Beobachtungszeitraum zur Ermittlung der Schwankungsrückstellung mit dem Jahr 2007 die Extrembelastung aus dem Sturm „Kyrill“ wegfiel, so dass sich das Schwankungsmaß halbierte, konnte die Schwankungsrückstellung um 9,9 Millionen € aufgelöst werden. Im Vorjahr war sie noch mit 5,3 Millionen € zu dotieren. Es ergab sich insgesamt ein versicherungstechnischer Gewinn von netto 5,3 Millionen €, nach einem Verlust in Höhe von 4,7 Millionen € in 2022.
Die gebuchten Brutto-Beiträge der Hausratversicherung erhöhten sich um 2,2 % auf 15,3 Millionen €, nachdem sie im Vorjahr noch um 1,2 % zurückgegangen waren. Die Brutto-Schadenquote verschlechterte sich um 18,6 % auf 55,8 %. Vom gesamten Schadenaufwand von 8,5 Millionen € (Vorjahr: 5,6 Millionen €) entfielen 1,5 Millionen € (Vorjahr 0,7 Millionen €) auf die Rückversicherer. Das versicherungstechnische Netto-Ergebnis vor Schwankungsrückstellung verschlechterte sich um 2,4 Millionen € auf 2,2 Millionen €. Nach einer Zuführung von 0,6 Millionen € zur Schwankungsrückstellung nach 0,1 Millionen € im Vorjahr sank der Gewinn um 2,9 Millionen € auf 1,6 Millionen €.
Die Beitragseinnahmen in der privaten und gewerblichen Glasversicherung stiegen stark um 16,1 % auf 2,7 Millionen €. Die Brutto-Schadenquote lag bei ausgezeichneten 20,4 % nach 26,0 % in 2022. Das versicherungstechnische Netto-Ergebnis belief sich auf 1,2 Millionen € und lag damit um 0,2 Millionen € über Vorjahr.
Die gewerbliche Sachversicherung beinhaltet die gewerbliche Feuer-, Einbruchdiebstahl-, Leitungswasser-, Sturm- und Elementarschadenversicherung. Da Neugeschäft und Vertragsneuordnungen fast ausschließlich über die in den „sonstigen Versicherungen“ enthaltene gebündelte Geschäftsinhaltsversicherung abgewickelt werden, war ein Rückgang der Beitragseinnahmen um 0,6 % auf 0,3 Millionen € zu verbuchen. Die Brutto-Schadenquote erhöhte sich 47,6 % auf 64,4 %. Nachdem sich im vergangenen Jahr noch ein versicherungstechnischer Netto-Gewinn von 0,1 Millionen € ergab, wurde im Berichtsjahr ein neutrales Ergebnis erzielt.
In den aus der Elektronik-Pauschalversicherung und der Bauleistungsversicherung bestehenden technischen Versicherungszweigen gingen die Beiträge analog zum Einbruch im Baugewerbe um rd. ein Drittel auf 0,1 Millionen € zurück. Nachdem im Vorjahr die Bruttoschadenquote noch von einem Abwicklungsverlust aus einem Vorjahresschaden belastet wurde und sich auf 152,8 % einstellte, führte im Berichtsjahr ein Abwicklungsgewinn zu einem negativen Schadenaufwand mit einer Quote von – 4,0 %.
Nach Zuführung von 0,1 Millionen € zur Schwankungsrückstellung wurde ein neutrales Ergebnis erreicht. Im Vorjahr fiel dagegen ein versicherungstechnischer Verlust von 0,2 Millionen € an.
Unter den sonstigen Versicherungen sind hauptsächlich die gebündelte Geschäftsinhaltsversicherung, die Ertragsausfallversicherung sowie der OnTour-Schutz (Versicherungsschutz unterwegs bei Krankheit und Sachschaden) erfasst. Die gebuchten Bruttobeiträge stagnierten bei
0,3 Millionen €. Nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 0,1 Millionen € bei konstanter Schwankungsrückstellung verblieb, stellte sich dieser im Geschäftsjahr in gleicher Höhe nach Dotierung der Schwankungsrückstellung mit 0,1 Millionen € ein.
Der Kapitalanlagenbestand wuchs um 8,2 % auf 369,1 Millionen €. Die laufenden Erträge lagen ohne Berücksichtigung des Beteiligungsertrags der InterRisk Leben mit 8,6 Millionen € um 1,6 Millionen € über dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung der um 0,2 Millionen € auf 5,0 Millionen € erhöhten Gewinnabführung der InterRisk Lebensversicherungs-AG ergab sich eine um 0,1 % höhere laufende Durchschnittsverzinsung nach
Verbandsformel von 3,8 %.
Es waren keine Abschreibungen erforderlich; im Vorjahr fielen diese in Höhe von 2,2 Millionen € an. Die Zuschreibungen verringerten sich um 0,1 Millionen € auf 0,2 Millionen €. Aus dem Abgang von Kapitalanlagen entstanden weder Gewinne noch Verluste; im Vorjahr war ein Abgangsverlust in Höhe von 0,3 Millionen € zu berichten.
Insgesamt ergab sich ein Netto-Kapitalanlageergebnis von 13,6 Millionen € nach 9,8 Millionen € in 2022. Die Nettoverzinsung betrug 3,8 % nach 3,0 % im Vorjahr.
Die Zeitwerte der Kapitalanlagen lagen zum 31.12.2023 um insgesamt 11,0 Millionen € unter den Buchwerten (Vorjahr 28,0 Millionen € unter den Buchwerten). Dieser Betrag setzt sich aus stillen Reserven in Höhe von 17,9 Millionen € und stillen Lasten in Höhe von 28,9 Millionen € zusammen.
Im Geschäftsjahr konnte der mit Abstand höchste Gewinn der Unternehmensgeschichte erzielt werden. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit übertrifft mit 44,7 Millionen € das Vorjahresergebnis von 23,8 Millionen € um 87,7 %, und steigert auch den bisherigen Rekordwert aus 2021 um mehr als die Hälfte.
Maßgeblich war das mehr als verdoppelte versicherungstechnische Ergebnis in Höhe von 31,7 Millionen €, das von dem positiven Entlastungseffekt aus der Schwankungsrückstellung - saldiert mit der letztjährigen Belastung – in Höhe von 14,6 Millionen € profitierte. Damit konnten alle betriebenen Sparten einen Gewinn erzielen. Zudem unterstützte das um 3,8 Millionen € bessere Kapitalanlageergebnis.
Der Steueraufwand stieg auf 15,5 Millionen € nach 9,1 Millionen € im Vorjahr. Insgesamt wurde ein annähernd verdoppelter Jahresüberschuss von 29,2 Millionen € erwirtschaftet.
Wesentliche, das Geschäft belastende Ereignisse sind bis zur Erstellung des Geschäftsberichtes nicht eingetreten.
Die InterRisk nutzt ihre hohe Ertragskraft und investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in digitale Transformation, um sich zukunftsfähig aufzustellen und Kundennutzen und Vermittlerzufriedenheit weiter zu erhöhen. Mit Einführung der adesso insure Ecosphere Plattform werden die Services hochgradig automatisiert durch End-to-End-Prozesse, die sämtliche Bereiche des Versicherungsbetriebs abdecken.
Darüber hinaus wird sich die InterRisk im Bereich Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung weiter personell verstärken und ihre vertrieblichen Aktivitäten intensivieren, um sich in 2024 in allen wesentlichen Sparten besser als die Konkurrenz entwickeln zu können.
Bei der Unfallversicherung kann sie auf die unverändert hohe Akzeptanz ihrer Produkte dank marktführender Deckungen mit vielen nützlichen Zusatzleistungen vertrauen. Die Haftpflichtsparte wird durch gezielte Vertriebsunterstützung gestärkt. Die aktuellen Wohngebäude- und Hausrattarife zeichnen sich durch risikogerechte Zonierung und wettbewerbsstarke Tarifierung aus.
Das versicherungstechnische Nettoergebnis wird in 2024 aufgrund höherer Rückversicherungsprämien und der allgemeinen inflationären Tendenzen nicht über dem Niveau des Berichtsjahres erwartet. Zusätzlich wird sich die Veränderung der Schwankungsrückstellung nicht in gleichem Maße gewinnerhöhend auswirken wie im Berichtsjahr. Das Kapitalanlageergebnis wird sich dank des deutlich freundlicheren Zinsumfelds und eines steigenden Beteiligungsergebnisses weiter verbessern. Andererseits wird der Personalzubau durch höhere Kosten belasten. Insgesamt wird erwartet, das Rekordergebnis von 2023 nicht wiederholen zu können.
Unternehmerische Chancen und Risiken sind im Regelfall eng miteinander verbunden. Dies erfordert, Chancen und Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und daraus geeignete Maßnahmen abzuleiten. Zu diesem Zweck sind in unserem Unternehmen verschiedene, unserem Geschäfts- und Risikoprofil angemessene Strukturen und Prozesse etabliert, um Chancen und Risiken ertragsorientiert nutzen zu können.
Vor diesem Hintergrund beschreiben wir im Folgenden die wesentlichen Bestandteile unserer Risikoorganisation.
Chancen ergeben sich heute aus mehreren Quellen.
Die wichtigsten darunter sind:
Die sich stark verändernden Bedürfnisse von Kunden – worunter wir als Maklerversicherer sowohl Endkunden wie auch unsere Vertriebspartner verstehen – sind Herausforderung und Chance zugleich. Absicherung und Vorsorge gewinnen durch den demographischen Wandel und die gesellschaftlichen Veränderungen immer mehr an Bedeutung. Weiterhin sind Nachhaltigkeit und Klimawandel Themen, die aus wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Entwicklungen nicht mehr wegzudenken sind. Die ansteigende Häufigkeit von Extremwettereignissen und die damit verbundene Berichterstattung und klimapolitische Diskussion hat das Bewusstsein um die Bedeutung angemessenen Versicherungsschutzes in den Vordergrund gerückt.
Darauf wollen wir uns mit Produkten und Service bestmöglich einstellen. Durch unsere Vertriebspartner erhalten wir unmittelbares Feedback zu den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden. Wir nutzen dies für ständige, kundenorientierte Weiterentwicklung unserer Angebote und unseres Service.
Digitalisierung und der Fortschritt der Informationstechnologie sind auch für Versicherungsunternehmen ein essentieller Bestandteil der Geschäftsentwicklung geworden.
Neue Möglichkeiten im Service und in der Kommunikation mit Kunden eröffnen ebenso Chancen wie Effizienzsteigerungen und Vereinfachung von Prozessen in der Verwaltung. Wir sind überzeugt, dass der dadurch ermöglichte, noch stärkere Fokus auf Service und Kunden in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen wird. Unser im Jahr 2023 begonnenes Projekt zur umfassenden Erneuerung unserer Kernsysteme stellt dieses Ziel in den Mittelpunkt.
Wenngleich das gesamtwirtschaftliche Umfeld, insbesondere im Hinblick auf die Inflationsentwicklung, auch die Versicherungsbranche vor große Herausforderungen stellt, können daraus auch Chancen gezogen werden: Langfristig und nachhaltig orientierte Kapitalanlagepolitik, die gleichzeitig auch flexibel genug ist, um kurzfristige Opportunitäten wahrnehmen zu können, wird immer wichtiger. Wir kalkulieren insbesondere die Beiträge mit ausreichenden Sicherheitszuschlägen, so dass auch bei ungünstigen Schadenverläufen regelmäßig ein positives versicherungstechnisches Ergebnis erzielt werden kann. Hierdurch ist es möglich, risiko- und ertragsorientiert anlegen zu können, ohne übermäßiges Risiko nehmen zu müssen.
Der Vorstand verantwortet das gesamte Governance-System und legt Geschäfts- und Risikostrategie sowie Risikopolitik fest. Das Governance System besteht aus dem Risikomanagementsystem mit den verschiedenen Risikomanagementprozessen, dem internen Kontrollsystem (IKS), den Unternehmensleitlinien zu risikorelevanten Bereichen (einschließlich der Bestimmungen zu den Erfordernissen für die fachliche Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit - Fit & Proper), sowie den vier Governance- Funktionen: Risikomanagement-Funktion, versicherungsmathematische Funktion, Compliance- Funktion und Interne Revision.
Im Rahmen des internen Kontrollsystems (IKS) werden laufend in enger Zusammenarbeit mit allen betroffenen Abteilungen die Risiken sowie die dazugehörigen Kontrollen aktualisiert und dokumentiert. Dabei werden die operativen und für den Jahresabschluss relevanten Risiken inklusive der gesetzten Kontrollen bestätigt und auf ihre Effizienz untersucht.
Die Geschäfts- und Risikostrategie des Vorstandes legt Ziele, das Limitsystem und seine Risikotoleranz, Risiko- Grundsätze und Hauptrisikosteuerungsmaßnahmen fest und stellt ein Rahmenwerk für die weiteren Risikoprozesse dar. Wichtige Prozesse sind die Berechnungen des Risikokapitalerfordernisses nach Solvency II (Standardformel), der IKS- und der Risikoinventurprozess, sowie der Prozess der eigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA). Die Risikoinventur wird unternehmensweit nach der Durchführung des IKS-Prozesses und nach der Risikoberechnung durchgeführt. Die Risikoinventur fasst alle Risiken der InterRisk im Risikokatalog zusammen. Dabei werden sowohl die Ergebnisse der Risikoberechnungen als auch jene der Dokumentation des IKS berücksichtigt.
Als Teil des ORSA-Prozesses wird die Angemessenheit der Risikokapitalberechnung überprüft und das eigene Risikoprofil analysiert. Darüber hinaus werden Projektionen zur zukünftigen Entwicklung der Solvabilitätssituation über den Planungshorizont des Unternehmens zur risikobasierten Untermauerung der Geschäftsplanung ermittelt.
Nach dem Ende der langjährigen Niedrigzinsphase bieten sich nun wieder für alle Marktteilnehmer attraktivere finanziellen Ertragsmöglichkeiten, wobei ein großer Teil niedrig verzinster Kapitalanlagen über lange Zeit noch im Bestand bleiben wird. Die InterRisk überprüft regelmäßig die Finanzierbarkeit der Verpflichtungen, insbesondere jener mit langfristigem Charakter (Unfallrenten) unter den aktuellen Marktbedingungen und unter verschiedenen Kapitalmarktszenarien. Aus diesen Tests zeigt sich, dass auch in schwankenden Zinsszenarien alle Verpflichtungen finanziert werden können. Die Diversifikation der Kapitalanlagen ist darauf ausgerichtet, auch in einem schwierigen Umfeld ausreichende Erträge erzielen zu können und über ausreichende Liquidität für die notwendigen zukünftigen Zahlungen zu verfügen.
Die finanzielle Stabilität und Solvabilität der InterRisk liegt deutlich über den regulatorischen Kapitalanforderungen. Die regulatorische Bedeckungssituation wird in der InterRisk nach der Solvency II – Standardformel ohne jede Übergangsmaßnahme oder sonstige Erleichterungen auf Grundlage des Verhältnisses von Risikokapitalerfordernis und ökonomischer Risikotragfähigkeit ermittelt. Im Jahr 2023 lag die Bedeckung zu jedem Zeitpunkt deutlich über dem regulatorischen Erfordernis. Dadurch sehen wir unsere finanzielle Stabilität gewährleistet und sehen uns in der Lage, auch unter schweren finanziellen oder versicherungstechnischen Schockereignissen allen Verpflichtungen nachzukommen.
Komponenten des Risikoprofils
Das Risikoprofil des Unternehmens setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die das gesamte Tätigkeitsfeld abdecken. Zur Einschätzung, welche Risiken für die InterRisk wesentlich und bedeutend sind, orientieren wir uns am Risikoprofil nach Solvency II. Demnach sind insbesondere das versicherungstechnische Risiko sowie das Marktrisiko für unser Unternehmen bedeutend. Diese beiden Risikokomponenten stehen für rund 90 % des gesamten Risikokapitalbedarfs.
Marktrisiko
Marktrisiko bezeichnet das Risiko von Wertverlusten oder ungünstigen Wertveränderungen, das sich aus (indirekten oder direkten) Schwankungen der Höhe und/oder der Volatilität des Marktpreises von Kapitalanlagen, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumenten ergibt. Das Marktrisiko unterteilt sich in Zinsänderungsrisiko, Aktienrisiko, Immobilienrisiko, Spreadrisiko, Konzentrationsrisiko sowie Währungsrisiko.
Gemessen am Marktwert ist nur ein geringfügiger Teil unserer Kapitalanlagen unmittelbar von der Kursentwicklung der Aktienmärkte abhängig. Für den Bestand an festverzinslichen Anlagen gilt, dass durch die Zinsentwicklung im Jahr 2023, insbesondere im vierten Quartal, eine Erholung der Marktwerte zu verzeichnen war, jedoch nach wie vor stille Lasten bestehen. Insgesamt sind andererseits im Vergleich zur davorliegenden Niedrigzinsphase deutlich gestiegene Wiederanlagerenditen erzielbar. Als langfristig orientierte Anleger sind zinsinduzierte Marktwertveränderungen während der Laufzeit in der Regel mit keinem besonderen finanziellen Risiko verbunden, da wir unsere festverzinslichen Kapitalanlagen bis zur Fälligkeit halten.
Im Kapitalanlagenbestand der Gesellschaft befanden sich zu keinem Zeitpunkt Asset Backed Securities (ABS), Credit Linked Notes (CLN) oder sonstige implizite Kreditderivate. Fremdwährungsanlagen bestehen nur in sehr geringem Umfang.
Die Kapitalanlage erfolgt ganz überwiegend bei deutschen oder innergemeinschaftlichen Emittenten angemessener Bonität. Ratings werden regelmäßig beobachtet und auf die Einhaltung zumindest des Investmentgrade-Status geachtet.
Versicherungstechnisches Risiko
Im Schaden/Unfall-Geschäft bezeichnet das versicherungstechnische Nicht-Leben-Risiko jenes Risiko, dass die versicherten Schäden über den Erwartungen liegen. Es berücksichtigt die Unsicherheit der Ergebnisse bezüglich der bestehenden Verpflichtungen genauso wie jene aus dem neuen Geschäft über die folgenden zwölf Monate. Das Nicht-Leben-Risiko wird in Prämien-, Reserve-, Storno- und Katastrophenrisiko unterteilt. Für die anerkannten Unfallrentenverpflichtungen werden Risikobewertungsmethoden der Lebensversicherung verwendet.
Diese kalkulatorischen Risiken berücksichtigen wir bei der Tarifierung durch angemessene Sicherheitszuschläge und bei der Produktentwicklung durch eine vorausschauende Gestaltung der Bedingungen und sonstigen Leistungsmerkmale sowie bei der Zeichnung von Risiken durch eindeutige Annahmerichtlinien und eine sorgfältige Antragsprüfung.
In Bezug auf den Eintritt größerer Schäden begrenzen wir dieses Risiko durch Rückversicherungsverträge, die ausschließlich bei für die gesamte Unternehmensgruppe unter Sicherheits- und Bonitätsgesichtspunkten vorab genehmigten Rückversicherern bestehen. Forderungen gegenüber Rückversicherern in materieller Größenordnung bestehen ausschließlich gegenüber konzerninternen (Rückversicherungs-)Gesellschaften mit einem Rating (S&P) von zumindest A+. Für Zwecke der HGB Rechnungslegung dient darüber hinaus zusätzlich eine Schwankungsrückstellung dem Ausgleich von Schwankungen im Schadenverlauf. Für eingetretene, aber noch nicht abschließend regulierte Versicherungsfälle bilden wir nach Reserverichtlinien Rückstellungen, die sich am Vorsichtsprinzip orientieren. Unsere vorsichtige Reservierungspolitik zeigt sich auch an den positiven Ergebnissen aus der Abwicklung von Vorjahresschäden. Die Abwicklung der Rückstellungen wird zudem ständig überwacht.
Die Netto-Schadenergebnisse der vergangenen Jahre belegen den wenig schwankungsanfälligen Verlauf unseres Versicherungsgeschäftes:
Nach dem das Jahr 2021 prägenden Katastrophenereignis „Bernd“ war die Entwicklung der Schadenaufwände für Unwetterereignisse in den Jahren 2022 und 2023 wieder stabiler. Während einzelne Ereignisse selbstverständlich zufällig auftreten, ist die in den vergangenen Jahren zu beobachtende Zunahme der Häufigkeit derartiger Unwetterereignisse insbesondere auch vor dem Hintergrund der globalen Klimaveränderungen zu sehen. Für die Stabilität und Risikotragfähigkeit des Unternehmens ist es daher von großer Bedeutung, über risikoangemessenen Rückversicherungsschutz zu verfügen, um die finanziellen Auswirkungen solcher Ereignisse zu begrenzen. Durch unsere Rückversicherungsverträge verfügen wir auch dahingehend über hervorragenden Risikoschutz.
Auch die im Jahr 2023 fortgesetzt hohe Inflation und insbesondere die Preissteigerungen bei Baumaterialien sowie Bau- und Handwerkerleistungen führen zu zusätzlichen finanziellen Risiken. Die InterRisk bewertet diese Risiken bei der Bildung der versicherungstechnischen Rückstellungen vorsichtig und angemessen.
Ausfallrisiko
Das Ausfallsrisiko bezieht sich auf Risiken, die aus einem unerwarteten Ausfall oder einer Herabstufung der Kreditbeurteilung von Gegenparteien während der folgenden zwölf Monate entstehen. Um dieses Risiko zu begrenzen, wird eine Konzentration auf einzelne Schuldner durch eine breite bzw. der Bonität angemessene Streuung der kurzfristigen Einlagen und Rückversicherungspartner vermieden. Die Kapitalanlage einerseits sowie Aufnahme von Rückversicherungsbeziehungen andererseits erfolgt anhand von Limiten zum Exposure und zur Bonität. Ratings werden regelmäßig beobachtet und auf die Einhaltung zumindest des Investmentgrade-Status geachtet.
Immaterielles Vermögenswertrisiko
Das immaterielle Vermögenswertrisiko ist das Verlustrisiko aufgrund von Wertminderungen bei immateriellen Vermögensgegenständen Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2023 gestarteten Projekt mit adesso zur Einführung eines neuen Kernsystems entstehen während der Projektlaufzeit erhebliche immaterielle Vermögensgegenstände. Sollten Systembestandteile die technischen oder wirtschaftlichen Anforderungen nicht erfüllen, besteht das Risiko, die betreffenden Wertansätze reduzieren zu müssen.
Operationales Risiko
Operative Risiken können durch Unzulänglichkeiten in Geschäftsprozessen und Kontrollen entstehen, aber auch technisch bedingt oder durch Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verursacht sein. Diese Risiken werden bei der InterRisk durch ein Internes Kontrollsystem (IKS), Sicherungen und Arbeitsanweisungen minimiert. So unterliegen alle Zahlungsströme und Verpflichtungserklärungen definierten Regelungen hinsichtlich der Vollmachten und Berechtigungen. Funktionstrennungen in den Arbeitsabläufen und das Vier-Augen-Prinzip reduzieren die Eintrittswahrscheinlichkeit von Unregelmäßigkeiten.
Unser Internes Kontrollsystem wird regelmäßig von der Internen Revision risikoorientiert und prozessunabhängig auf Effizienz und Angemessenheit geprüft.
Insbesondere das Mobile Arbeiten und die damit zusammenhängenden Verbesserungen an den zugrundeliegenden technischen Systemen sowie der Prozesseffizienz sind zum festen Bestandteil des operativen Geschäftsbetriebs geworden. Die fortschreitende Digitalisierung
führt andererseits auch zu neuen Risiken:
Die Bedrohungslage im Hinblick auf Cyber-Angriffe hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Angreifer versuchen, Unternehmens- und/oder Kundendaten zu stehlen oder den Geschäftsbetrieb zu blockieren, regelmäßig verbunden mit Lösegeldforderungen. IT-Sicherheit und Informationssicherheit sind daher von zentraler Bedeutung: System, Netzwerke und Daten sind angemessen gegenüber Angriffen von außen zu schützen.
Diesbezüglich werden auch regulatorische Anforderungen regelmäßig an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Im Jahr 2023 wurden dementsprechend, in enger Abstimmung innerhalb der Unternehmensgruppe, Umsetzungsschritte zur Vorbereitung auf das Inkrafttreten von DORA (Digital Operations Resilience Act) im Januar 2025 eingeleitet.
Festzuhalten bleibt, dass im Hinblick auf die sich ständig verändernde Bedrohungslage und die Weiterentwicklung der Angriffsmethoden trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ein Restrisiko im Hinblick auf Cyber-Angriffe nicht ausgeschlossen werden kann.
Die InterRisk misst der IT- und Informationssicherheit hohen Stellenwert zu. Wir verfügen über robuste und moderne Absicherungssysteme, und bedienen uns professioneller externer Dienstleister zum ständigen Monitoring, Beratung und Weiterentwicklung unserer Systeme, Vorkehrungen und Richtlinien. Zu den Vorbeugungsmaßnahmen gehören auch klare Richtlinien zum Umgang mit IT sowie Sensibilisierungsmaßnahmen der Mitarbeiter. Ebenso führen wir regelmäßig technische Überprüfungen wie Penetrationstests und andere simulierte Angriffe durch.
Der Sicherheit unserer Programme und Daten dienen Kontrollsysteme und Schutzvorkehrungen einschließlich einer mehrstufigen Firewall. Als Notfallvorsorge dient ein externes Rechenzentrum. Mittels automatisierter Spiegelung der erforderlichen Daten einschließlich des optischen Archivs können wir daher auch bei Totalausfall unserer physischen Infrastruktur den Betrieb aufrechterhalten.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass Versicherungsunternehmen nicht zeitgerecht ihren fälligen finanziellen Verbindlichkeiten nachkommen können. Wir prüfen, ob die eingegangenen Verpflichtungen jederzeit erfüllt und auch bei unerwartet hohen Versicherungsleistungen Kapitalanlagen problemlos veräußert werden können. Die voraussehbaren Geldströme steuern wir über eine fortlaufende Liquiditätsplanung.
Reputationsrisiko
Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko, dass negative Medienberichte, die die gesamte Branche oder einzelne Unternehmen hinsichtlich der vergangenen oder aktuellen Geschäftstätigkeit betreffen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, Grund für einen Kundenrückgang oder für kostspielige Rechtsstreitigkeiten sein können oder zu einem allgemeinen Ertragsrückgang führen können. Wir begegnen diesem Risiko durch klare strategische Orientierung auf Kundenzufriedenheit und hohe Servicestandards. Es ist nicht unser Ziel, nur über den Preis zu verkaufen. Dies erfordert ständigen Einsatz insbesondere von angemessenen Personal- und technischen Ressourcen, um die Servicestandards aufrecht zu erhalten und dabei tatsächlich einen Schritt voraus zu sein.
Strategisches Risiko
Das strategische Risiko betrifft die Unvereinbarkeit zwischen zwei oder mehreren definierten Kriterien, wie z. B. die strategischen Unternehmensziele, die entwickelte Geschäftsstrategie und die eingesetzten Ressourcen zur Erreichung der Ziele, die Qualität der Implementierung und das wirtschaftliche Marktumfeld, in dem das Unternehmen tätig ist. Wir begegnen diesen Herausforderungen unter Leitung unseres erfahrenen Management-Teams durch Weiterentwicklung und Umsetzung der langjährig erfolgreichen Strategie. Wir setzen daher Maßnahmen, um diesen strategischen und Wettbewerbsrisiken zu begegnen, dazu zählen eine permanente Beobachtung und Analyse des Wettbewerbs, Produktvergleiche, ausgeprägte Kunden- und Serviceorientierung sowie regelmäßige Umfragen unter den Vertriebspartnern.
Der im Februar 2022 begonnene Angriffskrieg Russlands in der Ukraine hat – neben unermesslichem menschlichen Leid – geopolitische Risiken und signifikante globale wirtschaftliche Herausforderungen mit sich gebracht. Der Einfluss dieser Risiken und der damit verbundenen mittel- und langfristigen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind aus heutiger Sicht noch nicht vollständig abschätzbar.
Auch im Geschäftsjahr 2023 wurden alle vorgesehenen Risikomanagementprozesse, gegebenenfalls unter Beachtung von zwischenzeitlich eingetretenen Änderungen des regulatorischen Rahmens, durchgeführt. Insbesondere wurden sämtliche Berichtspflichten erfüllt, die umfangreiche quartalsweise Berechnungen und Berichte vorsehen. In enger Abstimmung innerhalb des Konzerns der Vienna Insurance Group wurden die entsprechenden Prozesse im Unternehmen weiterentwickelt.
Im ORSA-Prozess wurde die Angemessenheit des Risikoprofils anhand der Standardformel überprüft sowie eine Risiko- und Solvabilitätsprojektion durchgeführt. Diese dient der Verknüpfung des Risikoprofils mit der mittelfristigen Unternehmensplanung und ist ein wichtiges Element der Unternehmenssteuerung. Stresstests und Sensitivitätsanalysen zeigen die wirtschaftliche Bedeutung der Risikofaktoren und ihrer Treiber für das Risikoprofil und seine Projektion.
Im Jahr 2023 fanden vier Berechnungsdurchgänge zur Eigenmittelausstattung und zum risikobasierten Solvabilitätserfordernis (Solvency II Standardformel) statt. Entsprechend der geltenden Anforderungen wurden die Ergebnisse der BaFin mittels der etablierten technischen Berichtswege gemeldet.
Neben den bestehenden internen und externen Kontrollinstanzen wie z. B. Aufsichtsrat, Wirtschaftsprüfer, Verantwortlicher Aktuar oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übernehmen die im Unternehmen eingerichteten Governance-Funktionen zusätzliche Aufgaben zur Risikoüberwachung und -steuerung. Dazu gehören die Risikomanagementfunktion, die Versicherungsmathematische Funktion, die Compliance-Funktion sowie die Interne Revision.
Mit unserer risikobewussten Geschäftspolitik und Finanzstärke werden wir auch weiterhin über eine angemessene Risikotragfähigkeit und Eigenmittelausstattung verfügen, die über den regulatorischen Anforderungen liegt.
Weiterhin wird fester Bestandteil unserer Geschäfts- und Risikopolitik sein, dass die Entwicklung und Kalkulation neuer Produkte sowie die Bildung von Rückstellungen vorsichtig und stets unter Beachtung der dafür maßgeblichen Richtlinien bzw. eingerichteten Kontrollen erfolgt. Die Kapitalanlagen werden unter Berücksichtigung von Mischung und Streuung so angelegt, dass eine möglichst hohe Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität erreicht wird.
Unter HGB ermitteln sich folgende Kennzahlen zur Eigenkapitalausstattung: Das Eigenkapital liegt mit 64,3 Millionen Euro bei 64,2 % der verdienten Nettobeiträge. Die Summe aus Eigenkapital, stillen Reserven, stillen Lasten und Schwankungsrückstellung beläuft sich auf 72,9 % der verdienten Nettobeiträge.
Der Aufsichtsrat hat im Juni 2023 Zielgrößen für den Frauenanteil für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sowie für den Vorstand festgelegt. Diese liegen bei 25 % für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats sowie 25 % für den Vorstand. Die Frist zur Erreichung wurde jeweils mit 31. Dezember 2024 festgelegt.
Zum 31. Dezember 2023 wurde die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand eingehalten. Die Zielgröße für den Frauenanteil für die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats wurde zum 31.12.2023 übertroffen (50 %).
Für das Geschäftsjahr 2023 wurde ein Bericht nach § 312 des Aktiengesetzes aufgestellt, der mit folgender Erklärung schließt: „Bei jedem Rechtsgeschäft mit verbundenen Unternehmen hat die Gesellschaft nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt der Vornahme bekannt waren, eine angemessene Gegenleistung erhalten. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse verbundener Unternehmen wurden weder getroffen noch unterlassen.“
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